Crazy4

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Sisi Silberträne
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Beitragvon Sisi Silberträne » 03.11.2007, 21:03:37

Inhalt: Joa, eine sehr verrückte Story, ich verlasse die Drama-Pfade auch mal. Das ist NICHT die angekündigte Geschichte, diese hab ich schon länger angefangen. Nicht ernst nehmen, just enjoy!

Genre: Humor/Parodie

Disclaimer: mir gehört nix, nur die Idee!!
~~~~~~~~~~


Crazy4

von Sisi


1. So wie man plant und denkt, so kommt es nie


Die Gartenstraße war eine sehr beschauliche Wohngegend. Und vor allem eine äußerst kostspielige, lagen die kleinen Altbauhäuschen doch in unmittelbarer Nähe der alten Donau. Verwundert überprüfte die junge rothaarige Frau noch einmal die Adresse, die sie notiert hatte. Das konnte doch bei dem Preis, um den es hier ging, unmöglich stimmen. Es handelte sich jedoch tatsächlich um das Haus, vor dem sie gerade angekommen war. Vermutlich eines der ältesten der Gartenstraße, und kaum zwei Minuten von der Donau entfernt. Der Vermieter schien noch nicht da zu sein, also ging auf der Straße auf und ab, während sie wartete.

Kurze Zeit später näherte sich dann jemand, doch der Stimme des älteren Mannes am Telefon entsprach diese Person nicht. Es war eine junge Frau mit schwarzem Haar und grüner Haut. Verblüfft blickte die Rothaarige den Neuankömmling an. Als die Unbekannte, die übrigens einen halben Kopf größer war, aber nicht viel älter sein konnte, wurde sie ebenso neugierig von einem Paar ganz dunkler Augen gemustert.
„Suchen Sie etwa auch die Gartenstraße 13?“ fragte der Neuankömmling.
„Ich habe sie schon gefunden.“ Die Rothaarige deutete auf das entsprechende Haus. „Irgendwie habe ich ja geahnt, dass an der Sache etwas faul ist...“
Die Fremde nickte. „Ich auch. Das klingt viel zu gut, um wahr zu sein. Offenbar wollte der alte Knacker an uns beide gleichzeitig vermieten.“
„Sieht so aus...“ Sie beendete den Satz nicht, weil in diesem Moment ein junger Mann in die Straße einbog, und sehr offensichtlich ebenfalls ein Haus suchte. Der große Blonde ging direkt auf die beiden Frauen zu.

„Guten Morgen, die Damen. Ich suche die Gartenstraße 13“, begann er gut gelaunt. Beide zeigten gleichzeitig auf das Haus.
Der junge schwarz gekleidete Mann hob die Augebraue. „Schicke Bude, da lässt es sich wohl aushalten“, kommentierte er.
Die zwei Frauen tauschten einen verwunderten Blick. Wie vielen Leuten war das Haus eigentlich noch versprochen worden? Und wo war der Vermieter?
Beide Fragen wurden ein paar Minuten später beantwortet, als sich ein älterer Herr in Begleitung eines weiteren jungen Mannes mit schwarzen gelglänzenden Haaren und Schnurrbart näherte.
„Ah, alle sind da. Gut gut“, begann der Vermieter, der mit seinen wirren weißen Haaren und der großen Brille wie ein verrückter Wissenschaftler wirkte. „Ich bin Professor Abronsius, wir haben ja alle telefoniert.“

Im nächsten Moment wurde er mit Einwänden und Protesten von viererlei Seiten beworfen. Es dauerte ein paar Minuten bis er überhaupt zu Wort kam.
„Es scheint ich habe mich unglücklich ausgedrückt“, räumte er ein. „Aber war euch nicht klar, dass sich keiner von euch jungen Leuten so ein Haus ganz alleine leisten kann? Für euch vier ist es jedoch ein sehr faires Angebot, möchte ich meinen.“
Da hatte er zweifelsohne recht. Sofort sprachen wieder alle durcheinander, aber diesmal beratschlagten sie sich, wie es nun weiter gehen sollte. Jeder wollte natürlich gern in dieses Haus ziehen. Sie kamen überein es sich erst einmal gemeinsam anzusehen, ob es von innen hielt, was es von außen versprach. Es gab zwei Schlafräume mit je einem Stockbett, ein gemütliches Wohnzimmer, eine moderne Küche, natürlich auch ein Bad und zu guter letzt eine kleine Terrasse.

„Seid ihr euch einig geworden?“ fragte der Professor anschließend. „Mein Flug nach Transsilvanien geht in drei Stunden, ich habe nicht mehr viel Zeit.“
Der junge blonde Mann nickte. „Wir nehmen es. Wir werden uns schon irgendwie arrangieren, denke ich.“
„Schön schön, hier ist der Schlüssel.“ Abronsius händigte denselben der nehmen ihm stehenden grünhäutigen Frau aus. Nachdem die Formalitäten rasch geklärt waren, eilte er mit für seine kleine Gestalt viel zu großen Schritten davon.
Die Rothaarige ergriff nun die Initiative. „Als erstes möchte ich gern wissen, mit wem ich hier zusammen wohne. Ich bin Milady, und ihr?“
„Elphaba, sehr erfreut“, sagte die andere Frau, und schüttelte ihr die Hand.
Der mit den geligen Haaren hob die Augenbraue. „Seltsame Namen. Ich bin Jack Favell, aber ihr dürft mich Favell nennen.“
„Und ich bin Tod... äh Tom wollte ich sagen“, stellte sich nun auch der schöne Blonde vor. „Auf ein angenehmes Zusammenwohnen, würde ich sagen.“ Mangels Sekt, da erst noch eingekauft werden musste, prostete er den anderen mit Luft zu. Eine Handbewegung Elphabas ließ in jedermanns Hand ein sehr echtes Glas erscheinen, was äußerst verwirrte Blicke zur Folge hatte.
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Beitragvon ChristineDaae » 04.11.2007, 10:49:29

looooooool... Hab mich grad weggeschmissen vor lachen :lol: :lol: :D
Es wäre toll, wenn es da eine Fortsetzung gäbe! Sehr schöne Idee... :)
„Und ich bin Tod... äh Tom wollte ich sagen“

:lol: :lol:

Das ist echt super! Nur weiter so :D
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Beitragvon Marie Antoinette » 04.11.2007, 11:56:20

Das ist ja eine geniale Idee, Sisi... :mrgreen:

Hab mich auch gerade auch fast schlappgelacht :lol: :lol:

Wie sich der Tod als Tom vorstellt... da bin ich mal gespannt wie es weitergeht. Schnell weiter!

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Beitragvon jellimmy » 04.11.2007, 12:06:06

hihi, eine musical-wg! das ist echt ne gute idee!
ich hab die ganze zeit gerätselt, wer die rothaarige frau ist, bis sie sich vorgestellt hat. wer das grüne mädchen ist, war ja von anfang an klar. :lol:

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Beitragvon Kitti » 04.11.2007, 15:10:34

Ich kenn die Geschichte ja schon aus deinem Forum und kann den Anderen nur zustimmen! Super witzig und genial geschrieben! Bitte mach schnell weiter!!!
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Beitragvon Sisi Silberträne » 05.11.2007, 00:49:04

Uuuund weiter gehts! Just enjoy :)


2. ... und schon drei Freunde


Zunächst wollten die Zimmer aufgeteilt werden, was eigentlich nicht so schwierig sein sollte. Sollte, wohlgemerkt. Milady wusste aus Erfahrung, dass Männer aus den einfachsten Dingen ein großes Problem machen konnten.
„Na, wir könnten uns doch das Zimmer teilen“, meinte der Tod grinsend zu der rothaarigen Französin. „Gegen das Bett hätte ich übrigens auch nichts.“
Diese wollte davon allerdings nichts wissen. „Ihr Männer denkt wirklich nur an das Eine, alle gleich!“ Sie griff nach Elphabas Hand. „Wir machen ein Mädelszimmer, betreten für euch verboten!“
„Dann gilt aber für euch mit unserem Zimmer das Gleiche“, brummte der Tod.
Elphaba blinzelte. „Schauen wir wirklich so aus, als ob wir Interesse an eurem Sauhaufen hätten?“
Darauf fiel den beiden Kerlen nichts ein, weswegen sie sich dazu entschieden, den Umzug zu komplettieren und sich im Haus einzurichten. Die Mädels taten es ihnen gleich, ob sie viel ordentlicher zuwerke gingen, sei dahingestellt.

Kaum zwei Stunden nach dem Einzug stand man vor dem ersten Hindernis. Die Küche war zwar modern, aber sehr leer. Folglich musste jemand einen Supermarkt aufsuchen. Die Frage war nur wer.
„Ich gehe nicht“, brummte Favell. „Einkaufen ist Frauenkram. Kochen nebenbei bemerkt auch, und putzen natürlich.“
Milady funkelte ihn bitterböse an. „Du denkst ja wohl nicht, dass wir die ganze Arbeit machen? Armer Irrer.“
„Ja wozu haben wir eine Hexe hier?“ Er wies säuerlich auf Elphaba, die daraufhin die Arme verschränkte.
„Die Regeln zur Anwendung von Magie besagen ganz klar, dass alles was ohne Zauberei erledigt werden kann, auch ohne gemacht werden muss.“
„Das heißt, dass sie keine Einkäufe herzaubern darf, falls dir das zu hoch war“, kommentierte Milady an Favell gewandt.
Der Tod hob die Augenbraue. „Wir sollten das ganz fair per Zufall entscheiden lassen. Wartet mal eine Sekunde.“ Er eilte kurz aus dem Zimmer, um eine Minute später mit vier Stiften zurück zu kehren. „Am unteren Ende sieht man welche Farbe sie haben. Wer den schwarzen zieht, geht einkaufen.“ Er hielt seinen Mitbewohnern die Tintenschreiber mit der Stöpselseite hin.
„Aaaahh Mist!“ brummte im nächsten Moment Favell, der prompt den schwarzen Stift gezogen hatte. Milady bedachte ihn mit einem schadenfrohen Grinsen, während Elphaba ihm den Einkaufszettel in die Hand drückte.

Während er also zum nächsten Supermarkt ging (von dem keiner wusste wo er war), begaben sich die anderen im Badekleidung zur Donau. Der Tod trug eine schwarze Badeshorts mit kleinen Totenköpfen darauf, Milady einen knappen roten Bikini, und Elphaba einen dunkelgrünen Einteiler (passend zur Hautfarbe).
Der Tod stieß einen anerkennenden Pfiff aus, als er die beiden so sah. Ihm begann auch Elphaba zu gefallen, die ihr Licht bisher unter dem langen Kleid verborgen gehalten hatte. Jetzt aber im Badeanzug offenbarte sie einen durchaus wohlgeformten Körper – ganz grün natürlich.
„Pass auf, dass dir die Augen nicht raus fallen“, meinte die Hexe trocken, breitete auf dem Holzsteg ihr Badetuch aus und begann sich in aller Seelenruhe von oben bis unten mit antiallergischem Öl einzureiben. Danach sprang sie mit einem gekonnten Köpfler ins Wasser. Obwohl dieses nicht sehr tief war, wusste sie zu verhindern, dass sie sich am Grund anhaute.
Milady ging lieber langsam hinein, sie brauchte einige Zeit sich in Bauchhöhe zu überwinden, obwohl das Wasser angenehm warm war. Da konnte es der Tod natürlich nicht lassen, sie gehörig nass zu spritzen.
„Du Mistkerl, na warte!“ Sie versuchte ihn unterzutauchen, was bei seiner größeren Körperkraft freilich nicht sehr erfolgreich war, und sich ins Umgekehrte wandelte. Elphaba eilte ihr zur Hilfe, Frauen mussten ja zusammen halten, bei solchen Kerlen erst recht. Zusammen tauchten sie den armen und nun hoffnungslos unterlegenen Tod ein paar Mal unter. Die Rache kam dann allerdings in Form eines Favells in Nadelstreifen-Badeshorts.
„Aaaaaaaaaarschbombe!!!!!“
Erschrocken stoben die beiden jungen Frauen auseinander, konnten jedoch nicht verhindern, dass sie einen Schwall Wasser über den Kopf bekamen. Sie suchten erst einmal lieber das trockene Ufer auf.
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Beitragvon jellimmy » 05.11.2007, 13:50:25

schöööner neuer teil!

also ich hab beim tod immer matè vor augen - herrlich! :)

und die nadelstreifenbadeshorts von favell ist genial. :wink: :lol:

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Beitragvon Kitti » 05.11.2007, 17:24:55

Allein die Auswahl deiner Charaktere ist zum "Tod-Lachen!!! Toller neuer Teil! Bitte bald weiter! :D
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Beitragvon ChristineDaae » 05.11.2007, 17:32:38

Der neue Teil ist wirklich spitze! Tod mit Totenkopf-Badehorts... *grad an Uwe denk* :lol: :lol:

Nur weiter so! :)
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Beitragvon Marie Antoinette » 05.11.2007, 20:20:07

Der arme Favell, ausgerechnet ihn muss es erwischen dass er einkaufen muss... aber das geschieht ihm Recht. :wink:

Wieder ein toller Teil, Sisi! :D

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Beitragvon Sisi Silberträne » 07.11.2007, 01:07:26

Danke für eure Kommis :)
Jaja, mal sehen was denen noch alles passiert *g*



Wollten wir das Essen eigentlich roh?


Am späten Nachmittag kehrte die illustre Gruppe in ihr kleines Häuschen zurück, der Hunger hatte sich eingestellt, und es wurde Zeit Favells Einkäufe zu inspizieren. Dieser präsentierte das Säckchen vom Supermarkt, das immer noch in der Küche herum stand, weil er es für unter seiner Würde erachtet hatte, auch noch auszuräumen. So viel Intelligenz, um zumindest die Milch in den Eiskasten zu stellen, hätte Milady ihrem Mitbewohner gerade noch zugetraut. Typischer Fall von falsch gedacht.
Da Favell jedoch zumindest mehr Glück als Verstand hatte (typisch Mann eben), roch das Rindfleisch, das er gekauft hatte, nach ein paar Stunden in der Wärme sogar noch genießbar, und man konnte sich ans Kochen machen. Wäre man sich über das Rezept einig.

„Gulasch“, meinte der Tod laut.
Milady schüttelte den Kopf. „Nichts da, wir essen was mit reichlich Gemüse, das ist sehr vitaminreich und gesund.“
„Und grün...“ stöhnte Elphaba. „Nudeln sind besser.“
„Igitt Nudeln.“ Favell rümpfte die Nase. „Steaks sind am besten. Mit Erdäpfeln und gemischtem Salat.“
Die Ozianerin hob die Augenbraue. „Dann hätte der Herr vielleicht auch Erdäpfel kaufen sollen.“
„Dann hätte das vielleicht einer auf den Zettel schreiben sollen!“
Milady patschte sich mit der flachen Hand an die Stirn. „Das Hirn ist zum denken da!! Wobei... langsam glaub ich ja wirklich, dass du gefehlt hast, als Gott das Hirn ausgeteilt hat.“
„He ja, werd nicht frech, du Froschschenkelfresserin!“ Favell startete den Versuch seinem rothaarigen Gegenüber durch eine wütende Miene Respekt einzuflößen. Das Problem war, dass Milady vor keinem Mann dieser Welt Respekt hatte.
Elphabas Hautfarbe wurde bei dem Gedanken an Froschschenkel, die bekanntermaßen grün waren, ein paar Nuancen heller. Sie spielte mit dem Gedanken die Zauberer-Regeln ein wenig zu dehnen, um sich ein Paar Kopfhörer zu hexen, bis sich die anderen über das Menü einig geworden waren.

Dieses geschah ungefähr eine Viertelstunde später, als Favell einräumte auch Nudeln zu essen – wenn sie mit Fleischsoße waren. Nach seiner gnädigen Nachgabe verzog er sich ins Wohnzimmer, um ein wenig fernzusehen, während die Damen ihren häuslichen Pflichten nachkamen. Selbige hielten davon allerdings gar nichts, weshalb schließlich der Tod seine Spezialsoße zubereitete. Er trug dabei eine Schürze mit der Aufschrift „Göttin des Kochlöffels“, eine andere hatte er nicht finden können. Die in der Tür stehende Milady amüsierte sich darüber köstlich.
„Wenn du mit dem dämlichen Gekicher fertig bist, könntest du die Spaghetti ins Wasser geben“, brummte der Tod irgendwann sichtlich genervt.
Die Französin ließ sich ausnahmsweise sogar dazu herab der Aufforderung eines Mannes nachzukommen. Aber auch nur, weil sie ihn mitsamt der Schürze dann von vorn sehen konnte, was eine neue Lachattacke auslöste.
„Essen ist gleich fertig, deck einer den Tisch!“ rief der schwarze Prinz knapp zehn Minuten später quer durchs Haus.
Favell löste für einen Moment die Augen vom Fernsehschirm und schaute Elphaba an. „Du, der hat dich gemeint.“
Die grüne Hexe konnte nun nicht mehr an ihre gute Erziehung halten, sie machte eine Handbewegung in Richtung von Favells Whiskey, der im nächsten Moment fast kochend heiß war, sodass er sich die Zunge verbrannte. Mit einem denkbar unschuldigen Blick ging sie danach zum Geschirrschrank.

Als das Essen endlich fertig war, gab es noch mehr verbrannte Zungen. Allerdings nicht, weil die Soße so heiß war, sondern weil der Tod bestimmt ein halbes Kilo getrocknete Chilis verwendet hatte.
Miladys Gesicht hatte die gleiche Farbe wie ihr Haar, Favell glich einer Tomate sehr, und Elphaba war noch dunkelgrüner als sonst. Nur der Tod zeigte sich unbeeindruckt, und aß genussvoll.
„Was habt ihr denn alle?“ meinte er irgendwann irritiert, nachdem die Teller seiner Mitbewohner nicht leer werden wollten. „Schmeckt es euch nicht?“
„Wasser!!!“ stöhnte Favell nach einem weiteren Bissen.
„Da hast du’s.“ Mit einem gemeinen Grinsen goss Milady ihm den Inhalt des Wasserkruges über den Kopf.
„Das wischst aber du auf!“ entrüstete sich dieser sofort, und wider Erwarten nickte Milady, denn das Gesicht Favells war ihr diese Arbeit allemal wert. Dieser entsann übrigens bereits die gemeinsten Rachepläne.
Weil wirklich niemand außer er selbst des Tods Soße essen konnte, wandte Elphaba nach dem Verwandlungszauber, der aus ihrem Fleisch vegetarischen Fleischersatz gemacht hatte, einen Entschärfungszauber auf ihren Teller und ebenfalls den Miladys an. Den des Engländers vergaß sie dummerweise. So erhielt der schwarze Prinz von den beiden Damen doch noch sein wohlverdientes Lob als Göttin des Kochlöffels.
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Beitragvon ChristineDaae » 07.11.2007, 15:54:17

Super, der neue Teil! :D "Göttin des Kochlöffels"... looooool :lol: :lol:

Nur ein paar Kleinigkeiten: Auf Hochdeutsch stellt man die Milch nicht in den Eiskasten, sondern in den Kühlschrank. Und Erdäpfel heißen bei uns Kartoffeln :wink:

Und bitte schnell weiter! *hupf* :D
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Beitragvon Kitti » 07.11.2007, 16:02:47

Wieder sehr sehr lustig! Wann gehts weiter? Go for it! *anfeuer* :D
Zuletzt geändert von Kitti am 08.11.2007, 13:05:54, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon Sisi Silberträne » 07.11.2007, 17:40:02

ChristineDaae hat geschrieben:Nur ein paar Kleinigkeiten: Auf Hochdeutsch stellt man die Milch nicht in den Eiskasten, sondern in den Kühlschrank. Und Erdäpfel heißen bei uns Kartoffeln :wink:

Ich schreibe Hochösterreichisch ;)
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Beitragvon ChristineDaae » 07.11.2007, 19:03:11

Auch gut. Dann lern ich ein paar Kleinigkeiten :) Und wollte es nur mal anmerken, nicht dass das aus Versehen war :wink:
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Beitragvon jellimmy » 08.11.2007, 15:06:29

Sisi Silberträne hat geschrieben:
ChristineDaae hat geschrieben:Nur ein paar Kleinigkeiten: Auf Hochdeutsch stellt man die Milch nicht in den Eiskasten, sondern in den Kühlschrank. Und Erdäpfel heißen bei uns Kartoffeln :wink:

Ich schreibe Hochösterreichisch ;)

hihi, finde ich aber gut so. es heißt ja wirklich für uns erdäpfel und nicht kartoffel. :lol:

der neue teil gefällt mir auch sehr gut. :D

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Beitragvon Gaefa » 08.11.2007, 15:49:46

Die Story ist toooooll!!!! Richtig schön zum Lachen! Weiter so, ich bin echt gespannt wie es sich so entwickeln wird
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Beitragvon Marie Antoinette » 08.11.2007, 19:08:33

Erdäpfel kenn ich aber auch...

Wieder ein schöner lustiger Teil! Freu mich schon auf die nächsten! :lol:

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Beitragvon Sisi Silberträne » 11.11.2007, 21:32:34

Genau jelli :mrgreen:

Ich war kreativ, hier kommt Teil 4. Enjoy!
Und wenn ich mal ein Wort verwende, das ihr nicht versteht, einfach fragen ^^



4. Ein weiches Bett, ein ruhiges Heim erfrischen Geist und Glieder


Weil das Einziehen doch ein wenig stressig gewesen war, beschloss man diesen Abend früher ins Bett zu gehen. Nun ja, zumindest nicht allzu spät. Favell schaffte es die Fernbedienung zu erobern und beobachtete auf dem Schirm wie gebannt ein sterbenslangweiliges Golfturnier irgendwo in England.
„Kannst du bitte endlich umschalten, auf einem anderen Sender läuft bestimmt eine Krimiserie“, brummte der Tod verdrießlich mit einem unterdrückten Gähnen.
Favell wandte den Blick nicht vom Fernseher ab. „Sei doch still, es ist gerade interessant. Und diese dummen Krimiserien verdrehen einem bloß das Hirn.“
Ein Klatschen war zu hören. Der blonde Mann hatte sich mit der flachen Hand auf die Stirn geschlagen. „Bei dir gibt es da sowieso nicht mehr viel zu verdrehen, und wenn ich mir noch einen Abschlag ansehen muss, sterbe ich vor Langeweile.“ Nun ja, als Tod konnte er natürlich nicht sterben, aber das brauchte keiner zu wissen.
„Dann mach doch was anderes. Geh stricken, oder was du so kannst. Allzu viel wird’s nicht sein, bei so einem Bubi.“
„Bah, du…“
Wahrscheinlich hätte es Tote gegeben, hätte Milady nicht geräuschvoll ihr Sektglas abgestellt. „Wollt ihr wenigstens einmal die Klappe halten? Ich geh jetzt ins Bett, gute Nacht.“
Sehr theatralisch rauschte sie nach oben davon, man hörte irgendwo im Haus eine Tür knallen. Ein durchdringender Aufschrei folgte, und die drei im Wohnzimmer schworen, dass die Wände wackelten.
„Ich sehe besser mal nach…“, meinte Elphaba stirnrunzeld. „Lasst bitte den Fernseher ganz, Jungs. Ich werde ihn nicht heil zaubern.“
Zaubern? Der Tod und Favell tauschten irritierte Blicke. Bestimmt mussten sie sich verhört haben. Aber da sie sonst gar nichts mehr ansehen konnten, kamen sie überein, die Streitigkeiten nicht am unschuldigen Fernsehgerät auszulassen, sondern lieber aneinander. Offenbar gingen sie von der Annahme aus, die beiden Frauen würden nachher ihre Mitleid erregenden blauen Augen versorgen.

Oben im Mädchenzimmer stand Milady mit erschrockener Miene stocksteif da und zeigte, als Elphaba herein kam, auf etwas auf dem Fensterbrett. Dort stand ein kleines Terrarium mit einer faul vor sich hin dösenden Tarantel.
„Mit dem Ding da schlaf ich auf keinen Fall in einem Raum“, keuchte die Französin und verschränkte nachdrücklich die Arme.
„Ach komm, Madame Morrible ist hinter Glas, die tut dir nichts.“ Elphaba rollte mit den Augen.
„Sie sieht mich böse an, das reicht“, brummte Milady. „So große Spinnen sind einfach abartig, warum hältst du dir so ein Viech?“
Die Hexe lachte leise. „Erstens schaut die jeden böse an. Und zweitens hat meine Schwester sie mir geschenkt.“
Ihr Gegenüber hob verwundert die Augenbraue. „Äh… kann deine Schwester dich irgendwie nicht besonders gut leiden?“
„Nessa liebt mich heiß und innig.“
„Die Spinne verschwindet trotzdem.“
„Nein!“
„Doch!“
„Niemals!“
„Dochmals!“
„Wenn du meine Spinne raus wirfst, wirfst du auch mich raus.“ Elphaba stellte sich immer noch tapfer auf die Seite des kleinen Krabblers.
Milady zeigte gnadenlos auf die Tür. „Bitte, dann geh doch. Favell teilt sicher gern sein Bett mit dir.“
Daraufhin schüttelte sich die grünhäutige Frau. „In hundert Jahren nicht, vergiss es. Aber du kannst ja zu Tom ziehen.“
Die Französin tippte sich an die Stirn. Anschließend seufzte sie. „Na meinetwegen, aber wehe dieses Vieh streckt auch nur einen Fuß aus dem Terrarium.“ Und wie der Blitz verschwand sie im Bad, ehe jemand anderer auf die Idee kommen konnte, es zu besetzen.

„Könntest du dich bitte beeilen, andere wollen da auch noch rein.“ Die quengelnde Stimme gehörte dem Tod, der eine Stunde nach der hitzigen Diskussion über die von allem nichts ahnende Tarantel, vor der Badezimmertür auf und ab hüpfte. Er musste dringend auf die Toilette. Sehr dringend. Säuerlich klopfte er mit den Fäusten gegen das Holz. Was in aller Welt trieben Frauen vor dem Spiegel, dass sie immer Ewigkeiten brauchten?
„Ich bin doch gleich fertig“, kam es dumpf von drinnen. Milady hatte ungefähr so viel Mitleid mit dem armen Kerl wie Favell Taktgefühl. Keins. Als sie endlich geruhte heraus zu kommen, war sein Gesicht irgendwie gelb. „Schön hinsetzen, gell.“ Sie grinste ihn unschuldig an und tänzelte Richtung Mädchenzimmer.

„Bin wieder dahaaaa!“ rief sie lautstark, sodass Elphaba fast ihr Buch fallen ließ. Sie begann sich zu fragen, ob Glinda wohl Verwandte in Frankreich hatte. „Das ist nicht zu überhören, eine Horde Trampeltiere ist leiser als du.“
Milady zog es vor das zu überhören. Stattdessen schlüpfte sie in ein kurzes pinkfarbenes Seidennachthemd, und kroch unten ins Stockbett. Sie hatte galant Elphaba die obere Etage überlassen, weil sie Höhenangst hatte. Sie würde sich jedoch davor hüten, das zuzugeben.
Die grünhäutige Hexe blieb ihrer Lieblingsfarbe treu und trug einen schwarzen Pyjama, der aus einer langen Hose und einem Trägerleibchen bestand. Darauf war in Glitterschrift „SEXY“ zu lesen. Glinda hatte sie dazu überredet, das Teil zu kaufen, wenn sie schon keine pinkfarbenen Sachen anziehen wollte.
Zum Glück ahnten beide nicht, dass sich draußen vor der Tür Favell und der Tod einen weiteren Kampf lieferten – dieses Mal darum, wer durchs Schlüsselloch spähen durfte. Zum Glück für die Jungs, wohlgemerkt.
„Geh weg da, jetzt bin ich mal dran.“ Der schöne Blonde versuchte seinen Geschlechtsgenossen zur Seite zu schieben.
Favell jaulte plötzlich auf. „Geh runter von meinem Zeh, du Wappler!“
Im nächsten Moment hielt ihm der Tod den Mund zu und schubste ihn eilig in das nebenan liegende Burschenzimmer. Gerade noch rechtzeitig, denn nur Sekunden später lugte Milady auf den Gang hinaus, um nach dem Rechten zu sehen.
„Also ich möchte nicht wissen, was die da drüben treiben“, kommentierte sie, als sie die Tür wieder schloss. In ihren Vorstellungen trugen die Jungs Lederklamotten und bearbeiteten sich gegenseitig mit Peitschen. Nein, sie wollte es wirklich nicht wissen!
Zuletzt geändert von Sisi Silberträne am 15.11.2007, 16:38:37, insgesamt 3-mal geändert.
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Beitragvon jellimmy » 11.11.2007, 22:23:22

hihi, wieder sehr guter teil.
elphaba trägt nen pyji mit "sexy" drauf. :lol:
und dass du "wappler" verwendet hast, find ich auch toll. aber ich glaub außer mir versteht das kaum einer. :wink:


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